Freitag, 2. November 2012

Ein neuer Start?

Nach einem unspektakulären Sommer in Tirol sind wir nun bepackt und bereit für ein neues Kapitel. Zusammen mit unserem liebsten Wohnmobil fahren wir am Sonntag Richtung Süden. Hoffentlich geht alles gut und wir erreichen das anvisierte Ziel ohne größere Verluste. Die Reisevorbereitungen liefen nicht ganz ohne Komplikationen, die ich euch nicht vorenthalten will.

Die Fahrt ging schon vor ein paar Wochen los, jedoch bemerkten wir nach ca 200 km ein komisches Geräusch. Wie sich heraus stellte war die Kardanwelle kaputt und musste ausgetauscht werden. Naja Kleinigkeit...1500 Euro wollten sie bei Ford haben. Zurück in Dresden ging es zum Mechaniker des Vertrauens der das Teil für weniger als die Hälfte reparierte! Seit dem läuft das Auto auch sehr gut :-)

Das nächste Projekt war dann etwas größer. Wir entdeckten eine nasse Stelle im hinteren Teil des Aufbaus und wollten das mal fix austauschen damit des Wasser da nicht ewig steht. Nach dem Abreisen der Tapete bekamen wir einen kleinen Schock:

Das gesamte Holzgestell war nur noch Torf. Es hieß Ärmel hochkrämpeln und ran an den Speck! Als Erstes schnitten wir alles nasse raus und sägten die Holzlatten ab die noch brauchbar waren. Die etwas angerotteten Hölzer behandelten wir mit Rott-Stopp.


Der Hängeschrank musste raus gesägt werden, da er von außen eingeschraubt war und man leider nicht mehr ran kam. Die Kantendichtung musste neu gemacht werden, was erstmal viel Putzarbeit bedeutete um den alten Kitt runter zu bekommen.


Wir bauten die komplette Konstruktion neu auf inklusive einem Stück Boden.



Neu isolieren mussten wir natürlich auch.

Hier haben wir dann die Fenster wieder drin und die Verkleidung drauf.


Als letztes musste der Schrank wieder rein.


Und so sieht er jetzt aus :-) Gesamtarbeitszeit 8 Tage. Materialkosten ca 80 Euro.

Wir hoffen das jetzt alles dicht bleibt und wir noch viel Spaß mit der Karre haben.
Bis Bald euer Marten

Dienstag, 3. April 2012

Granit Schmankerl

Nach der Saisoneröffnung in Italien ist nun auch in Tirol der Schnee weg und trotz Stasi-ähnlichem Überwachungsgesetz (seit 1.April in Österreich) wage ich nun etwas im Internet darüber zu veröffentlichen. Wir waren die letzte Woche ein paar Mal im Ötztal bouldern und konnten auch einige Erfolge verbuchen. Dicha kletterte ihren ersten 7a+ Boulder, eine Platte die alle starken Jungs nichtmal annähernd schafften. Dementsprechend war ich überrascht sie auf einmal am Ausstieg des Boulders zu sehen. Peter und ich probierten einen Namenlosen Boulder in Tumpen des so im Grad 7b liegt und mit viel Glück konnte ich ihn auch gestern nach Sonnenuntergang abknipsen. Peter war ebenfalls haarscharf dran, musste aber wohl oder übel den Durchstieg auf das Nächste Mal verschieben. Bis dahin, euer Marten




Dienstag, 6. März 2012

bella italia

Hallo liebe Leser
nach einem verunglückten Schreibversuch vor ein paar Tagen (der Beitrag war einfach weg..) hab ich nun die Motivation gefasst nochmal zu schreiben.

Nachdem Dicha letzte Woche von ihrer Hütte zurück kam, ging es Montag Morgen für uns über den Brennerpass nach Ceredo. Dort angekommen machten wir uns auch direkt ans klettern und probierten viele schwere Touren. Dicha konnte eine weitere 6b onsighten die durch eine wunderschöne orangene Wand ging. Ich probierte derweil ein paar knackige Teile im Ostramandra Sektor. Es war zudem so warm das ich den ganzen Tag in kurzen Hosen kletterte :)


Ostramandra Sektor in Ceredo

Abends begaben wir uns dann hungrig auf Pizzasuche und fanden diese auch in einem 10 km entfernten Ort. Leider war die Pizza eher amerikanisch als italienisch (dicker Boden...ihks) aber der Cappuchino danach machte es wieder gut. Dienstag hies es wieder klettern aber Abends fuhren wir dann noch hungriger als am Tag zuvor nach Arco um eine echte Pizza zu essen! :)


Pio der Kaffeemann,Gerhard Hörhager, Jerry Moffatt, Reini Scherer, Ben Moon
Geschlafen haben wir auf einem der Boulderblöcke in Prabi, direkt vorm Monte Colodri. Ein Schild lies uns lachen auf dem stand das Camping mit einer Strafe von 20000! Lire! geahndet wird. Am nächsten Morgen machten wir noch eine kleine Shoppingtour, ohne etwas sinnvolles zu finden und fuhren dann nach Massone. Dort trafen wir auch gleich bekannte Gesichter aus Innsbruck und wärmten uns im Speckparadies auf. Als die Sonne hinter dem Hügel verschwand machte holte ich noch fix ein altes Projekt von vor 2 Jahren ab (Cucina del Infierno, 7c+/8a) und schon waren wir wieder auf dem Weg nach Hause.
Bis Bald euer Marten

heiße Schokolade :-))))

Samstag, 25. Februar 2012

Wieder im Alltag

Hallo liebe Blogleser,
Jetzt ist es schon 3 Wochen her das wir wieder in Innsbruck sind und damit ist es mal wieder Zeit für einen Zwischenbericht. Viele unvorhersehbare Dinge sind passiert und haben so manchen Plan durcheinander gebracht. Ich bin immer noch auf Jobsuche und verzweifel so langsam. Es soll ja auch was gescheites sein und nicht ein Eintritt in die Sklaverei. Manche Jobangebote sind einfach eine Frechheit und da wird einem ganz übel wenn man die üblichen Preise zum leben mit dem Einkommen vergleicht was man verdienen würde bei solchen Jobs. Auch die Sinnhaftigkeit einer Lehre steht in Frage wenn ein Ausgebildeter grad mal 60 Euro mehr Bruttogehalt bekommt als ein Ungelernter. Bleibt nur der Weg in die Selbstständigkeit möchte man meinen.

Was nach Plan verlief war mein Training für das ich jetzt, ganz unfreiwillig, viel zu viel Zeit habe. 16 Stunden in Woche Eins, 13 Stunden in Woche Zwei und diese Woche werden es auch wieder rund 17 Stunden werden, die ich mit dem Klettern verbringe. Das macht natürlich fit und gibt mir sicherlich die nötige Kraft für den Frühling. Leider bringt das auch ein gewisses Risiko mit sich: Ich befinde mich ständig an der Schwelle zu Überbelastungen und muss ganz intensiv auf meinen Körper hören um es nicht zu weit zu treiben. Auch bin ich die letzten 1.5 Monate 3 mal krank gewesen, was wohl an meinem unmenschlich niedrigen Körperfett liegt :P Naja die Faschingskrapfen werden dem hoffentlich Abhilfe schaffen. Dieses Jahr ist wohl das erste Mal das ich mit Trainingsplan und Stoppuhr an Werk bin und alles ein bisschen ernsthafter angehe. Irgendwie hab ich wohl Blut geleckt und will nun versuchen mich weiter zu entwickeln um meine Träume zu verwirklichen.

Ansonsten ist das Leben neben dem Training recht fade. Bewerbungen schreiben, Jobangebote suchen, über Ideen diskutieren und Pläne schmieden. In einem Jahr seh ich mich ganz woanders als momentan und das motiviert, Vollgas zu geben.

Auch draußen Klettern waren Dicha und ich einmal! Letzten Mittwoch sind wir bei milden Temperaturen bis nach Achleiten gefahren, nur um dann am steilen Berg auf einer Eisbahn stehen zu bleiben. In einer Kurve stellten wir das Auto ab und wollten den Berg zu Fuß erklimmen (1 Stunde bis zum Parkplatz). Auf halber Strecke haben wir dann eins der "Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt"-Schilder gesehen und ich bin wutentbrannt wieder abgefahren in die wunderschöne "Mull" *hust*. Dort konnte Dicha die "Frank Zappler" (6a+)machen, die nun mal absolut nicht ihr Stil ist. Bouldereinzelstelle am Überhang mit einem Längenzug. Naja es gibt ja bekanntlich keine Längenzüge, man kann ja springen. Gesagt, Getan! Zwei Mal rutschte sie noch von Tritten (im Jo-Stil :D ) und klippte glücklich den Umlenker. Ich probierte mal wieder die "Red Bolt" (7c+) und stellte fest das einer meiner Griffe die ich in der Schlüsselpassage zum klippen nahm, rausgebrochen war. Nun ja, stark genug bin ich ja also fix eine neue Lösung mit einer schmierigen Leiste ausgebouldert und auf kühlere Temperaturen gewartet, da es in der Sonne viel zu warm war an den abschüssigen Leistln. Als die Sonne weg war kühlte es jedoch so stark ab das bei meinem Versuch (der übrigens extrem gut war) das Gefühl in meinen Fingern verloren ging und ich fiel :(
Also entweder es ist so warm das man ohne Sonne klettern kann oder es ist kälter sodass es in der Sonne gut geht. Aber lauwarm und Sonne ist Mist. Vielleicht ein anderes Mal!

Soviel von mir, euer Marten

Dienstag, 7. Februar 2012

Alles hat ein Ende

So auch unser Urlaub in Geyikbayiri. Nach 5 Wochen im warmen Süden sind wir wieder zurück im eisig kalten Innsbruck. Es war eine wundevolle Zeit in der wir viel unternahmen und neue Freunde kennenlernten. Kurz nach der Landung in München sagte ich noch zu Dicha, das ich nie wieder einen Winter in Mitteleuropa verbringen mag, es ist einfach zu schön im Süden. Die letzen 10 Tage nach meinem letzen Blogeintrag haben wir sehr effektiv genutzt und konnten viele Projekte abhaken. Dicha konnte weitere Touren bis 6b+ onsight klettern und schaffte auch sehr überraschend ihre erste 7a rotpunkt! Im letzen Eintrag hab ich euch schon berichtet das sie die erste Seillänge von "Okrinomo" ausboulderte, danach aber etwas kränkelte. Nach erfolgreicher Genesung konnte sie die Route dann abholen und beeindruckte ihre Kletterpartner und mich mit einem flüssigen und problemlosen Durchstieg im ersten Versuch. Im Anschluss versuchte sie noch die 7a+ "Zalia" und konnte am vorletzten Tag auch fast durchsteigen. Ein kleiner Fehler im letzten Zug vereitelte aber diesen Versuch und so bleibt es ein Projekt für nächstes Jahr.

Derweilen probierte ich mich weiter in der Traumroute "Over the Top"(8b/8b+). Ich konnte am Anfang ziemlich gut meinen Fortschritt beobachten, denn mit jedem Versuch ging es etwas weiter hoch. Bis ich dann die Schlüsselstelle für mich fand. Ein weiter Zug mit links an eine Seitleiste, den rechten Fuß als Heelhook neben die rechte Hand setzen, mit rechts an einen schlechten Sinter patschen, Füße umstellen und auf einen recht guten Griff schnappen. Nur selten gelang es mir die nötige Körperspannung für den Zug aufzubringen, da man durch die 30 Meter Kletterei davor schon ganz schön geplättet ist. Auch die Temperaturen waren tagsüber weniger optimal. Bei 15 Grad und Sonne wurde der Fels schnell warm und blieb es auch bis es dunkel wurde. Daher hies es immer sehr früh aufstehen (7 Uhr haha) und die kalte Morgenluft nutzen. Als dann die ersten Kletterer gegen 12 Uhr zum Fels kamen, musste ich öfters Sachen packen und Tee trinken gehn(Bier ist zu teuer). An Ruhetagen hab ich mich dann mit den vorhandenen Videos der Route motiviert um weiter zu probieren und nicht aufzugeben, auch wenn die Zeit knapp wurde. Die Videos will ich euch nicht vorenthalten:



FREE RANGE TURKEY_dispatch #4 from Camp 4 Collective on Vimeo.

Am Samstag war unser letzter Tag und ich konnte mich erstmals durch die Schlüsselstelle kämpfen, nur um noch nach den Monofingerlöchern (schön in den Videos zu sehen) noch rauszufliegen. Wenigstens der Sturz war toll, da man die Oberen Expresschlingen nicht mehr clippen kann und damit schön weit fliegt. Von der folgenden Hitze demotiviert beschloss ich es noch einmal am Sonntag früh am Morgen zu probieren. Bei meinem ersten Versuch flog ich etwas tiefer als am Samstag raus und war zufrieden damit und bereit meine Sachen zu packen und zum Flughafen zu fahren. Dicha überredete mich aber, es doch noch einmal zu probieren. Also nocheinmal nervige 45 Minuten warten und sich selber mental bereit machen bevor ich dann ein letztes Mal in diesem Urlaub in eine Route startete. Wieder schaffte ich es durch die Schlüsselstelle, diesmal technisch besser als beim vorherigen Versuch und konnte auch meine vorherige Höchstmarke knacken. An zwei kleinen Leisten schüttelte ich ein paar Sekunden und kämpfte mich wie ferngesteuert zum Umlenker. Ein Traum ging in Erfüllung und es fiel mir schwer es zu realisieren. Erst beim anschließenden Bazlamaessen im Dorf kam ich etwas zu mir und konnte es voll genießen.
Ein perfekter Abschluss zu einem perfekten Urlaub mit meiner ersten Route im Grad 8b/8b+
Danke euch fürs lesen, ich muss jetzt ins Tivoli :)
Euer Marten

Mittwoch, 25. Januar 2012

Sack abgehangen

Der Wetterbericht hatte es angekündigt und somit war es keine Überraschung das es heute Nacht zu regnen anfing. Glücklicherweise waren die letzten drei Tage so ergiebig, dass ein Ruhetag dringend nötig war. Also trampten wir nach ausgiebigem Kaffeetrinken Richtung Antalya und gingen ein letztes Mal richtig shoppen inklusive Bierchen. Wir gönnten uns ganze 4 Flaschen zu einem stolzen Preis von 5 Euro - Alki möcht ich hier nicht sein.... Auf der Rückfahrt versuchten wir das letzte Stück verzweifelt zu trampen (es regnete und wir hatten schwere Rucksäcke) aber es kam einfach kein Auto. Als letztendlich ein Auto kam und ich erfreut den Finger raushielt sagte Dicha nur: "Das ist doch die Polizei". Ich lies meinen Finger schnell sinken (Ich glaubte trampen sei illegal in der Türkei) und als das Auto bepackt mit 4 Männern auch noch anhielt bekam ich doch leicht Schiss. Drei der Vier stiegen aus, einer sogar mit MP im Anschlag und forderte uns auf in die gepanzerte Rückbank zu steigen. Wir sagten nur "Josito" und als wir anhielten waren wir auch schon da! Dankesehr :-)

Aber nicht nur vom Ruhetag gibt es was zu berichten, auch beim Klettern konnte ich weitere Sachen erleben. Dicha wurde leider etwas krank und hielt sich beim klettern zurück, aber ich versuchte einfach für uns beide zu klettern. Sonntag machte ich die Route "Sarkit Souls"(8a) im zweiten Versuch und Montag gelang mir ein altes Projekt von vor drei Jahren. Damals probierte ich die Route "Parallel Universe"(7c+) über mehrere Tage und als ich dem Durchstieg näher kam, wurde der obere Teil vom Regen nass und trocknete nicht mehr ab. Also nach kurzem Aufwärmen hochgebouldert und dann im zweiten Versuch abgeholt. Echt eine super Tour und ich war überglücklich meinen Sack abgehangen zu haben! Dienstag machte ich dann drei Versuche in meinem Projekt im Sarkit, um die dafür nötige (unmenschliche) Ausdauer zu bekommen. Ich kann euch eins sagen: Die Tour ist das Beste was ich je geklettert bin, von unten bis oben. Bis ich die Tour gemacht hab werde ich wohl nicht aus der Türkei zurückkommen können :-) Hoffentlich regnet es morgen nicht und ich kann weiter probieren.
Viele Grüße euer Marten

Samstag, 21. Januar 2012

Olympos Games

Servus!
Ich hoffe euch hat mein letzter Blogeintrag gefallen, auch wenn es etwas viel zu lesen war. Im Nachhinein war ich ganz erstaunt wieviel ich zusammengeschrieben habe, aber ich dachte mir das sich vielleicht mancher durchkämpft. Heute berichte ich euch kurz über die letzten drei Klettertage hier, die von herrlichem Kletterwetter mit Sonne und Wind bestimmt waren.

Nach meiner Begehung von "Colonist" war ich am überlegen was ich als nächstes probieren wollte und ich wählte die Route "Okrinomo" (7c+) im Sektor Sarkit. Nachdem ich mich bis zum Umlenker gebouldert habe und es sehr gut lief mit den Zügen, kam mir die Idee doch mal die Schlüsselstelle von der klassischen 8b "Olympos Games" zu probieren. Ich wusste das es sich um einen Boulder an kleinen Leisten handelte und mir das doch eher nicht entgegenkommt, aber was hatte ich im Toprope zu verlieren?...Also kurz bei Dicha nachgefragt und das Seil rübergehangen, abgeseilt und Griffe geputzt. Die erste Erleichterung kam als ich feststellte, dass es sogar einen für mich haltbaren Griff gab und ich auch noch mit maximalem Ausstrecken an den guten Griff kam und von ihm direkt zum rettenden Henkel! Der Boulder gelang mir dann auch recht schnell durchzusteigen (obwohl er ca 7a+/7b fb sein soll) aber mir war bewusst, dass ich vorher noch eine 30 Meter 7c+ an Sintern klettern musste. Dieser erste Teil entpuppte sich dann als gar nicht so leicht und ziemlich komisch, da man die ganze Zeit das Gefühl hat auf einer Kirchenglocke zu klettern (Sinter sind hohl).
Dicha hatte derweil einen grossen Erfolg mit den Flashbegehungen von "Saxofon" (6b+) und "Drill Instructor"(6c). Auserdem boulderte sie sich die erste Länge von "Okrinomo" hoch die eine 7a ist und beeindruckte mich sehr, indem sie die Crux einfach so machte in der ich zuvor gefallen bin und sie furchtbar schwer fand.

Am nächsten Tag kletterte ich dann "Okrinomo" Rotpunkt und versuchte nocheinmal "Olympos Games" auszubouldern. Dabei fand ich eine gute Lösung für den unteren Teil und konnte etwas Selbstvertrauen aufbauen. Gestern war dann mein Ziel den unteren Teil durchzusteigen und möglichst frisch am Boulder anzukommen.
         Wenn man genau hinschaut sieht man mich grad ganz weit oben (leider komplett in schwarz )

Im ersten Versuch schaffte ich es zwar knapp bis dahin, jedoch war ich zu gepumpt um überhaupt den Boulder zu probieren. Beim zweiten Versuch fühlte ich mich schon besser, fiel jedoch im Boulder raus. Als dann die Sonne weg war wollte ich noch einen Trainingsversuch machen und fand mich ziemlich frisch vor dem Boulder wieder. Kurz ging mir der Gedanke in den Kopf das ich es einfach "a muerte" probiern sollte, evtl. hab ich ja Glück. Also nochmal kurz gechalkt und den altbewährten "Dani Andrada-Gedächtniss-Chalk-von-der-Hand-Puster" gemacht, dann so ruhig und konzentriert wie möglich in die Crux starten. Völlig überrascht fand ich mich 4 Meter weiter oben am rettenden Henkel wieder und musste erstmal realisieren das ich es tatsächlich geschafft habe! Nur wenige Tage nachdem mir die erste Megalinie von Geyikbayiri gelang, konnte ich nun die Zweite auch klettern und damit meine erste 8b punkten. Irgendwie kann ich es immer noch nicht so richtig fassen :-) Was kann den Urlaub noch besser machen? Hmmm da gibts noch ein paar Sachen hier ;-)
Viele Grüsse euer Marten


Dienstag, 17. Januar 2012

Schon sooo lang ist es her...

das ich mich mal wieder aus der Türkei melde!

Hallo liebe Leser!

Ich weis, ich weis, es ist auch lange her das ich mich überhaupt mal auf dem Blog melde. Irgendwie war mir die Motivation fürs Klettern etwas abhanden gekommen und da der Blog ja laut Titel über meine Klettererlebnisse handelt, wusste ich nicht so recht was ich schreiben sollte.

Viel ist jedoch seit dem Sommer passiert. Mein Trip ging harmonisch zu Ende, ich fuhr über Dresden zurück nach Innsbruck, suchte mir einen Job als Radkurier und zog mit Dicha zusammen. Drei Mal die Woche durfte ich je 5 Stunden Post herumfahren für einen Hungerlohn und hatte trotzdem Spass dabei. Dicha baute derweilen neue Möbel für unser Zimmer, machte Skitouren und lebte sich langsam im Ösiland ein. Der Herbst brachte uns vorzügliches Wetter und so verbrachten wir viel Zeit im wiedereröffneten Dschungelbuch. Mir gefällt die Kletterei dort sehr und ich lerne jedesmal was dazu wenn ich den einminütigen Zustieg hinter mich gebracht habe. Im Dezember entschlossen wir (Dicha und Ich) uns dann im Januar für 5 Wochen ins Josito Camp in der Türkei zu fahren und ich kündigte somit meinen Schönwetterjob. Mit neuer Motivation machte ich mich wieder ans Klettertraining und hatte einen Monat gescheite Vorbereitung für den Trip. Zusätzlich dazu fing ich im November mit dem Boxen an, wo ich 4 Mal die Woche in einem sympatischen Club trainierte und Sandsäcke bearbeitete. Die Herrausforderung eine komplett neue Sportart anzufangen hat es mir angetan, ich bin sehr motiviert und will nach meiner Rückkehr auf einen Amateurkampf hintrainieren.

Soviel zu den Ereignissen am Ende von 2011. Am 1.1. flogen wir um 5.50Uhr von München nach Antalya und kämpften uns dann durch das örtliche Bussystem bis nach Geyikbayiri durch. Der erste Schock kam sofort: Es war brechend voll! So viele Zelte, dass wir nach einem freien Platz regelrecht suchen mussten! Dementsprechend war es auch an den Felsen sehr voll und wir mussten lange auf freie Routen warten. Die ersten 2 Tage waren wir direkt an den Campfelsen, wo wir uns etwas einkletterten. Ich konnte die Route "Junimond"(7c+) im 3. Versuch machen, nachdem ich im 2. einen Tritt beim letzten Zug vor der Umlenker übersehen hatte und einen Abflug machte.

Anstehen am "Junimond"

Die nächsten Tage waren wir viel in verschiedenen Sektoren, kletterten onsight und versuchten freie Routen zu finden. Ein weiterer Höhepunkt war der letzte Mittwoch, als wir nach Antalya in ein türkisches Bad ("Hamam") fuhren und uns so richtig durchmassieren liesen. Dicha schöpfte neue Kraft und konnte am nächsten Tag meine Route "Kolay Geysin"(6b) flashen, die ich beim letzten Mal einbohrte. Da hat sie sich aber ein Bier verdient, denn leicht ist die Tour nicht! Ich konnte ein weitere 7c namens "Selameleikum" im 2. Versuch machen und etwas Selbstvertrauen aufbauen, weil ich vor 3 Jahren in der Route keinen Stich gesehen habe und schon arge Probleme damit hatte, von Haken zu Haken zu kommen.

Wir sind ja sooo glücklich :P

So begab ich mich nach knapp 1.5 Wochen in mein Urlaubsprojekt "Colonist" (8a+) und konnte auch fast alle Züge nach den ersten 2 Versuchen machen. Noch etwas Feintuning für die obere Sektion am nächsten Tag und dann war der Plan nach einem Ruhetag ernsthafte Rotpunktversuche zu starten.

Sarkit Sektor, die rote Markierung zeigt "Colonist"

Die Bedingungen waren gut, ich frühstückte 5 Rosinen und fiel in der ersten Crux raus(gleich wenns schwer wird). Scheisse... Naja dann mal probieren ob ich vieleicht von der Sturzstelle weiter hoch komme, immerhin ist Colonist das Ausdauertestpiece in dem Grad, also schadet etwas Training sicher nicht. Ha wer sagts, ich schaffte es von der Sturzstelle bis hoch zu klettern! Also zählte ich Eins und Eins zusammen und dachte mir, wenn ich ich die schwere Anfangsstelle packe dann komm ich bestimmt bis hoch. Also wurde ordentlich pausiert und dann mit vollem Elan wieder probiert. Ich kletterte die 35 steilen Meter ohne einen Fehler und fand mich relativ frisch am Umlenker wieder. Klipp, ein kurzen Juhu und dann erstmal realisieren das ich diese Traumtour tatsächlich so fix gepunktet habe. Dicha nutzte die Gunst der Stunde ebenfalls und tickte mal ganz easy "Imagination" (6b+) und hatte einen Fastdurchstieg von der ersten Länge vom "Colonist" (6c+). Wieder gab es Bier am Abend :)

Am nächsten Tag ging es bei Kurzehosen-Wetter nach Mevlana wo Dicha eine 6b fast gemacht hätte, wäre der Umlenker 20 cm tiefer gewesen. Ich machte eine 6c und eine 7b on sight, hang die Exen in die Neutour "Trio de Ligoville"(8a) rein und hatte 2 gute Boulderversuche. Als die Sonne weg war, wagte ich dann einen Rotpunktversuch und stieg sie ebenfalls recht solide durch. Schon wieder Bier? Neeee diesmal gabs Tee. Heute früh kam dann auch die Erklärung für meine Erfolge: Ich bin offiziell ein Gerippe (laut der örtlichen Waage). Erstmal Pancake futtern und nix tun am heutigen Ruhetag. Morgen gehts weiter und es gibt hoffentlich bald neue Highlights zu berichten.

Euer Marten