Freitag, 22. Februar 2013

Und wir sind in

Margalef....schon wieder? Ein bissl ist der Dampf schon raus wenn man zurück denkt was wir die letzten Tage so getrieben haben. Ist das verwerflich nachdem wir diese Saison schon so viel Zeit hier verbracht haben? Nachdem ich Jürgen aus Reus abgeholt habe und wir dann zusammen mit Christian nach Margalef gefahren sind gingen wir 3 Tage Seilklettern. 2 Tage waren wir an der Südwand von Espadellas unterwegs. Ich kletterte ein paar 7bs und probierte zwei 8as jeweils einmal, konnte mich aber nicht motivieren sie nochmal zu versuchen. Christian konnte die Traumtour „ladron de la orchidea“(8a) durchsteigen und beeindruckte mich mit seiner Schmerzresistenz, denn seine Finger bluteten und waren förmlich zerfetzt. Loco! 
 
Zusammen mit unseren Freunden Maria, Puig, Jo und Christian fuhren wir dann einen Tag bouldern nach El Cogul, einem Sandsteinbouldergebiet nicht weit entfernt von Margalef. Wir hatten einen super Tag und es waren viele nette Leute dabei. Jeder probierte etwas seinem Level entsprechend und es gab weder übertriebenen Ehrgeiz noch Leistungsdruck. Es war einfach sehr entspannt und angenehm.
Ich kletterte dann noch einen Tag mit Jürgen in der „Cathedral“ wo ich die Route „Mortal Kombat“ (8a/ 8a+) versuchte und auch ziemlich weit kam. Leider ist es zur Zeit nur an ausergewöhnlich warmen Tagen möglich dort zu klettern, weil es nordseitig ausgerichtet ist.

 




Mit Dicha verbrachten wir dann noch zwei weitere Tage beim bouldern in El Cogul. Gestern fuhren wir den kurvigen Weg nach Arboli und boulderten dort mit Maria, Puig, Julian und Jürgen an den überhängenden Kalkblöcken. Es war für Jeden was dabei und wir hatten unseren Spass. Der Kalk dort ist relativ glatt und eigenet sich wirklich gut zum bouldern, was ja doch recht selten ist bei dieser Art von Fels. Die Kletterei ist eher kräftig und steil, mit allen Arten von Griffen. Es gibt jede Menge ästhetischer Blöcke und Linien die es zu probieren gibt und die Lage ist auch ausgesprochen schön. 

 


 
 
Die nächsten Tage wird Dicha Ski fahren gehen und ich werde mich mit Christian und Johannes verbünden und die örtlichen Felsen unsicher machen. Ganz wie früher!
Bis Bald euer Marten

Dienstag, 12. Februar 2013

The good, the bad and the ugly

Hallo liebe Leser
Seit dem letzten Blog ist sehr viel passiert und ich versuche es mal alles zusammenzufassen.
In Santa Linya lief alles sehr gut mit uns. Dicha und ich kletterten beide unsere Projekte kurz nacheinander und wir machten voneinander Fotos, dank der Hilfe von Franzi. Auch filmten wir beide Routen und wollen die Videos später veröffentlichen. Hier sind die Ergebnisse:
Dicha in "Spanglish" 7a+

Dicha in "Spanglish" 7a+

"Mare del tano" 8b

"Mare del tano" 8b

"Mare del tano" 8b
Als nächstes fuhren wir nach Terradets, wo wir einen Tag kletterten. Leider hat es uns beiden nicht so gefallen, da die Routen doch recht austauschbar sind. Es gibt keine herausragenden Linien und alles sieht irgendwie gleich aus. Abends erreichte uns dann eine SMS das unser Christian einen Autounfall hatte und wir beschlossen am nächsten Tag zu ihm zu fahren. Glücklicherweise ist nur dem Auto "Altfred" etwas passiert und alle Insassen blieben unverletzt. Franzi und Christian verbrachten dann 3 Tage in Tarragona und versuchten vergeblich mit den spanischen Versicherungen zu kommunizieren. Als "Altfred" wieder grade gebogen war kamen sie zurück nach Siurana und wir kletterten für 2 Tage dort. Leider vertrieb uns der Wind und wir zogen weiter nach Margalef wo wir uns jetzt befinden. Jürgen aus Innsbruck ist unser Gruppe nun auch zugestoßen und ich hoffe wir werden viel Spass haben. "Altfred" erholt sich auch immer mehr und heilt langsam. Heile Heile Altfred!
Bis bald euer Marten



Ein Freund sagte einst

Haz lo que quieras hacer ahora, cuando aun puedas, que la vida pasa muy rapida. Mira donde estoy ya, con todo lo que queria hacer en la vida”
Das Leben zieht doch viel zu schnell vorbei, das hört man immer wieder. Deswegen mache nur das was du wirklich willst und geniesse jede Minute. Drei Monate leben wir nun schon in Nordspanien und es fühlt sich an, als wären wir letzte Woche erst angekommen. Freunde kommen und gehen, bleiben kürzer oder länger. “Where do you live?” ist eine häufige Frage. “Here in Margalef” ist die passende Antwort die wir geben. Unser Haus ist immer dabei, zumindest fühlt es sich so an. Wo immer wir leben wollen, können wir leben – das ist Freiheit. November und Dezember waren unsere Margalef Monate. Wir kletterten so oft es unsere Körper erlaubten, denn das Wetter war fast immer einladend genug. Zusammen mit vielen neuen und alten Freunden lebten wir dort abgeschieden von jeglichem “normalen” Leben. Anfangs bastelten wir mit der grossen Hilfe von Christian und Johannes an unserem Auto rum. Das gesamte elektrische System wurde perfektioniert. Die Solarplatte wurde aufs Dach geklebt, die neue Gelbatterie in den Wohnraum gestellt und verkabelt und das sehr wichtige Trennrelai, was Starter- und Wohnraumbatterie trennt, richtig angeschlossen. Jetzt läuft alles wie gewünscht und wir sind mehr als zufrieden. An Komfort bleibt nichts zu wünschen übrig, dank Warmwasserboiler zum duschen und Gasheizer am Morgen. 




Auch über Klettererlebnisse konnten wir uns nicht beklagen. Wir hatten viele Projekte in verschiedensten Sektoren, die wir fast alle auch abhaken konnten. Ganz besonders gefallen hat mir der neue Sektor “Cathedral”, wo ich drei Tage mit Johannes kletterte. Leider wurde es dann schnell etwas zu kalt, dank der nordseitigen Ausrichtung. In Siurana waren wir auch öfters unterwegs, wo ich ein geniales Projekt habe. Meine Motivation dafür ist endlos und ich würde mich freuen es noch diese Saison durchzusteigen. Falls es aber nicht passieren sollte, dann macht mir das auch nichts, da jeder Versuch einfach ein Erlebniss ist. Ich denke das ich knapp dran bin es zu klettern, es muss nur von den Bedingungen alles zusammenpassen.



Momentan klettern wir ganz viel in “Santa Linya”, einem relativ neuen Gebiet für mich. Hier herrscht eine coole Atmosphäre mit ganz vielen “Locals”, den üblichen Verdächtigen die einfach immer da sind.
Die gigantische Höhle motiviert einen einfach und die Kletterei ist sehr modern. Extrem physisch und dynamisch an blockigen Slopern, die einem viel Spielraum für technische Tricks (Ägypter und Hooks) lassen, kombiniert mit ausdauernden langen Linien ohne richtige Ruhepunkte. Die “Cova gran” gehört definitiv zu den Topgebieten in Spanien. Schon die Aufwärmroute ist ein Vorgeschmack auf das Kommende: eine stark überhängende 25 Meter lange henklige 7c – die leichteste Tour... Auch sehr gut barfuss machbar, wie von einem Höhlenbewohner täglich bewiesen wird ;-)


Während ich mich in der Höhle austobe, klettert Dicha viel in dem Nachbargebiet “Futbolin”, wo es viele schöne Touren im 6. und 7. Grad gibt. Die Kletterei ist ähnlich, wenn auch deutlich weniger steil. Zur Zeit versuchen wir ein paar mehr gute Fotos und Videos zu machen, da man das immer zu leicht vernachlässigt. Ich hoffe es geht euch allen gut die diesen Blog verfolgen,
bis Bald euer Marten